(lat.: factitius = von magischer Kraft)
In der ‘American Encyclopedia of Sex’ von 1935 steht eine ausgezeichnete Definition des Fetischismus: “Der Zustand oder die Äußerung jener sexuellen Verirrung oder Perversion, bei der die Libido des Patienten an irgendeine Eigenschaft, einen Körperteil einer anderen Person oder von Personen im allgemeinen oder an bestimmte Kleidungsstücke und Stoffe derart fixiert erscheint, daß der Sexualtrieb nur in Verbindung mit dem betreffenden Gegenstand oder Fetisch erweckt und auch befriedigt werden kann. Zu Fetischen können die Brüste einer Frau, ihr Haar, ihre Füße, ihr Körpergeruch werden; ferner Schuhe, Wäschestücke, Lederhandschuhe, Samt, Kristallglas usw.”
Das Schwergewicht bei dieser Definition liegt auf ‘nur’; denn sonst wären wohl alle Menschen Fetischisten. Charakteristisch für Fetischisten - meist Männer - ist, daß sie über ein beträchtliches Maß sexueller Phantasie verfügen.
Wikipedia schreibt dazu: “(von Fetisch) ist die Überzeugung oder die Erfahrung, dass von bestimmten unbelebten Objekten eine Kraft oder Macht ausgeht.”
Als Fetischismus – von lat. facticius, (nachgemacht) bzw. facere (machen), in der Folge von port. feitiço (Zauberei, Hexerei) bzw. dem Adjektiv feitiço (unecht, künstlich, nachgemacht) – wird im Bereich der Sexualität eine Fixierung auf einen unbelebten Gegenstand, den so genannten Fetisch bezeichnet. Dieser dient als Stimulanz oder als Ersatzobjekt für den gewöhnlichen Sexualakt mit Partner, der aber das primäre Objekt des Begehrens bleibt. Im Detail weichen die Definitionen des Begriffs stark von einander ab. Die Unterschiede betreffen insbesondere die Frage, ob Fetischismus eine gleichberechtigte Vorliebe oder eine zu behandelnde Störung sei. Außerdem unterscheiden sich die Definitionen in der Frage, ob Fetischismus nur dann vorliegt, wenn die Fixierung auf einen unbelebten Gegenstand die wichtigste oder einzige Quelle sexueller Erregung darstellt, oder ob er auch dann vorliegt, wenn Fetischismus eine unter mehreren Präferenzen darstellt.